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Der Oberdieckgarten


Blick nach Westen in Richtung Löwentorgebäude

Historie

Östlich vor den Klostermauern gelegen befand sich die Fläche des heutigen Oberdieckgartens im Besitz der Benediktinermönche auf dem Weihenstephaner Berg. Nach der Säkularisierung wurde das Gelände zunächst zur Aufzucht von Obstbaumunterlagen genutzt. Die Szenerie auf dem Weihenstephaner Berg änderte sich entscheidend, als in den 20-er Jahren des 20. Jahrhunderts das Löwentorgebäude entstand. Das ursprünglich nur durch die Klostermauer unterbrochene Gartenareal wurde in zwei Teile getrennt.

Der Hofgarten im westlichen Teil des massiven Baukörpers erhielt in den folgenden Jahren sein heutiges Gesicht. Im östlichen Bereich entstand nach den Planungen von Carl Wilczek, dem Begründer des Landschaftspflegestudiums an der Fachhochschule Weihenstephan und einem der bedeutendsten Landschaftsarchitekten seiner Zeit, der nach dem Obstkundler Oberdieck benannte Garten in seinen heutigen Ausmaßen.


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Mauern aus Marchinger Drosselfels

Ziel war es, den Studierenden der Landschaftsgärtnerei mittels Lehr- und Mustergärten die Grundsätze der Gestaltung von Gärten zu veranschaulichen. Diesem Leitbild folgend wurden die terrassenartig aufeinander folgenden Geländeabschnitte unterschiedlich bepflanzt. Aus rechtwinkligen Gartengevierten und geradlinigen Wegeverläufen ergab sich eine aufgrund strenger Architektur geprägte Gartenanlage.

Im Laufe der Zeit wandelten sich die Inhalte, neue Themen wie Bauerngarten, Apothekergarten, Blindengarten und Färberpflanzen kamen hinzu, so dass die Großzügigkeit der Anlage hinter einer zunehmenden Zahl an Gartenthemen mit einer wachsenden Pflanzenvielfalt zurückstehen musste.

Umgestaltung

Obgleich viele Besucher des Oberdieckgartens die mannigfaltigen Ideen und die Pflanzenwelt auf dem Weihenstephaner Berg lieb gewonnen hatten, entschloss man sich 2005 aufgrund des schlechten Zustands von Treppen und Wegen sowie des zunehmenden Unkrautdrucks von Seiten des Weihenstephaner Südhangs zu einer vollständigen Sanierung des Geländes. Bei der Umgestaltung des Gartens wurde die ursprüngliche, heute wieder modern gewordene Gestaltungsidee aufgegriffen und neu interpretiert. Die Terrassen wurden durch restaurierte und neu gebaute Natursteinmauern akzentuiert, so dass das vorhandene Raumgefüge betont und die Höhengliederung des Geländes klarer erkennbar wird. Treppen und Wege sind saniert, neue Platzsituationen geschaffen. Im Südosten der architektonisch geprägten Anlage ist das Wegesystem in einer Weise ergänzt, dass die Flächen nun durch einen Rundweg erschlossen sind. Den einzelnen Terrassen zugeordnete Rasenflächen erweitern den Raum und scheinen zugleich ineinander überzufließen. Der straffen Wegeführung werden frei wachsende und unregelmäßig angeordnete Gehölze entgegengesetzt. Das Ensemble der Bäume und Sträucher präsentiert eine breite Palette unterschiedlicher Grünschattierungen, kontrastierende Wuchsformen gestalten die Szenerie auch außerhalb der Hauptblütezeiten und der Zeit der Herbstfärbung lebhaft.

Weitere Entwicklung

Nach und nach werden die einzelnen Terrassen thematisch gestaltet: Rosen, Duft-, Arzneipflanzen, Berglorbeer und Azaleen, Freiland-Orchideen, Hortensien, Strauch-Pfingstrosen und Zier-Äpfel erhalten eine eigene Bühne, auf der sie sich den Studenten und Besuchern ansprechend präsentieren können, ohne dass darunter die neue Großzügigkeit der Anlage leiden soll.

Verwendete Materialien

Wie die bereits vorhandenen sind die neu entstandenen Mauern und Treppen aus dem Marchinger Drosselfels, einer Korallenkalkstein-Variante des Kelheimer Kalks, erbaut. Dieser gut zu bearbeitende Stein entstand nicht durch Schichtablagerungen, sondern aus einem Korallenriff. Er war bereits in der Vergangenheit als Baumaterial begehrt. So fand der Drosselfels schon bei der Errichtung der Befreiungshalle in Kelheim, der Feldherrnhalle und des Siegestors in München, der Wallhalla und Teile des Stephansdoms in Wien Verwendung. Die gelblichen, wassergebundenen Wegedecken aus Kalkbrechsand werden von einzeilig gesetztem Großpflaster aus gelb-grauem Bayerwald Granit gefasst. Das gleiche Material, allerdings in kleinerem Format, ist für die Gestaltung der neu geschaffenen Plätze im Osten und Westen des Gartens eingesetzt.