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Pflanzenschutzprobleme - Hilfen zur DiagnoseTaphrina-Pilz an BergenieDie Pilzgattung Taphrina tritt im Gartenbau meist an Gehölzen auf. Bekannte Beispiele sind hier die Arten T. deformans (Kräuselkrankheit an Pfirsich), T. betulina (Hexenbesen an Birke), T. pruni (Narren- oder Taschenkrankheit) oder auch T. populina (Goldfleckenkrankheit an Pappel). Bei Stauden ist an Bergenien seit Ende der 70er Jahre eine weitere Art beschrieben: Taphrina bergeniae. Die gesamte Blattspreite oder auch nur Blattteile zeigen Missbildungen und Verfärbungen, auch wird die glänzende Blattfarbe durch eine matte Färbung ersetzt. Befallene Blattflecken weisen oft eine runzelige Oberfläche auf, die Blätter sind zudem meist kleiner und löffelartig gebogen. Meist tritt auch eine auffällige Rotfärbung im Bereich der Haupt- und Nebenadern auf. Ein feiner, weißlich auftretender Belag auf den Blättern (etwa im Mai) entspricht dem Sporenbelag (Ascosporen) des Pilzes, wobei diese in frei gebildeten, also nicht von Fruchtkörpern geschützten Schläuchen (=Asci) abgegeben werden. Offenbar werden aber nur junge Blätter infiziert und zeigen dann auch Symptome. Mit fortgeschrittenem Befall sterben die Blätter ab und werden von Sekundärpilzen besiedelt. Die Überwinterung des Pilzes erfolgt vermutlich an der Pflanze (Rhizom, Blätter). Eine sichere Labordiagnose ist grundsätzlich auf den Zeitraum des Sporennachweises im Frühjahr beschränkt. WurzelkropfKnollenartige, raue Wucherungen, oft bis Faustgröße und meist am Wurzelhals gelegen, werden durch einen bakteriellen Erreger, Agrobacterium tumefaciens, hervorgerufen. Aufgrund der charakteristischen Symptomatik wird das Schadbild auch als Wurzelkropf oder Wurzelkrebs bezeichnet. Noch junge Wucherungen sind klein und besitzen eine glatte Oberfläche, eine Verholzung setzt erst später ein. Das Bakterium tritt weltweit auf und befällt eine Vielzahl von Pflanzen. Beschrieben sind über 300 Wirtspflanzen, wobei überwiegend zweikeimblättrige Pflanzen befallen werden, vor allem Gehölze (u.a. Rosen, Apfel, Kirsche), aber auch Zierpflanzen (u.a. Chrysantheme, Aster, Ficus). Bedingt durch die Wucherungen kommt es wirtspflanzenabhängig nur zu einem optischen Schaden oder zu Wachstumsreduktionen bis hin zum Absterben der Pflanze (junge Pflanzen sind besonders empfindlich). Agrobacterium tumefaciens kann im Boden (Bereich Rhizosphäre) sehr gut saprophytisch leben und infiziert die Pflanzen nur über Wunden. Der Erreger ist genetisch von Interesse, da die Information für die Bildung der Wucherung auf einem gesonderten DNA-Abschnitt liegt (Plasmid), der vom Bakterium in die pflanzliche Zelle übertragen wird. Andere Agrobacterium-Arten rufen ähnliche Wucherungen hervor (an Wein: Agrobacterium vitis; Erreger der Mauke) oder induzieren eine verstärkte Wurzelbildung (an vielen Rosengewächsen: Agrobacterium rhizogenes, Erreger der Haarwurzelkrankheit). (... besuchen Sie auch unsere Diagnose-Datenbank zum Pflanzenschutz im Gartenbau) Neue Buchbesprechungen zum PflanzenschutzBibliographische Angaben: (besuchen Sie auch unsere Übersicht der Pflanzenschutz-Buchbesprechungen) Dipl.-Ing. agr. Thomas Lohrer |
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