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Infodienst Weihenstephan

Ausgabe Mai 2007


Terrasse und Balkon


Auch der kleinste Garten, Balkon oder Terrasse wird mit den richtigen Pflanzen und Accessoires zum grünen "Wohnzimmer", zur erholsamen Wellness-Oase, zum beliebten Treffpunkt für Familie und Freunde. Ein regelmäßiger Besuch wird um so reizvoller, wenn die Blütenpracht durch eigene Anzucht und liebevolle Pflege stets neue Höhepunkte erlebt und fast täglich neue Überraschungen bietet. Lassen Sie sich verzaubern von der Natur, von Blumen, von Duft und Farben. Die Outdoor-Saison beginnt eigentlich schon im März mit den ersten warmen Sonnenstrahlen und macht eigentlich nur im Winter eine kurze Pause.

In den Weihenstephaner Demonstrationsanlagen befinden sich bewährte und neue Balkonblumen, die teilweise noch in der Testphase stecken und deshalb nicht immer im Handel erhältlich sind. Der Schwerpunkt der Balkonpflanzen liegt bei der Sommerbepflanzung, wobei Standorte in praller Sonne bis hin zum schattigen Plätzchen abgedeckt werden. Darüber hinaus übernehmen Frühlings- und Herbstbepflanzungen zunehmend wichtige Teilaspekte.

Gestaltungsregeln

Die Beachtung des Wuchscharakters ermöglicht die Gestaltung der Kästen in Höhe und Tiefe. Üblicherweise werden hohe, aufrecht wachsende Arten in den hinteren Pflanzreihen gesetzt. In den Pflanzlücken davor sind niedrig wachsende Pflanzen vorgesehen und am Kastenrand die Hängepflanzen.
Das Grundgerüst im Pflanzgefäß bilden die Leitpflanzen. In der Regel sind dies dominante Arten, die optische Akzente setzen oder die gewünschte Farbe vorgeben. Die Beipflanzen sind es, die mit ihrem Erscheinungsbild für Harmonie oder spannende Kontraste sorgen und abwechslungsreiche Höhenstaffelungen ermöglichen.
Grundsätzlich können Hängepflanzen sowohl die Aufgaben einer Leit- als auch einer Beipflanze ermöglichen. Völlig unabhängig davon ermöglichen sie die kaskadenförmige Kastengestaltung.

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Farben und Kombinationen

Bei der Gestaltung der Balkonkästen spielen Farben eine herausragende Rolle. Natürlich entscheidet letztlich der persönliche Geschmack, wobei der Farbkreis wertvolle Hilfestellungen bieten kann.

Die sechs wichtigsten Farben sind die Primärfarben Gelb, Rot, und Blau sowie die Mischfarben Orange, Violett und Grün. Die Kombination von eng verwandten Farbtönen (Farbverlauf), wie zum Beispiel Goldgelb und Orange oder Blau, Blauviolett und Karminrot sind eine Wohltat für die Augen. Diese Ton in Ton - Kombinationen sind durch farbliche Harmonie und Ausgewogenheit gekennzeichnet.

Ganz im Gegensatz dazu erzeugen die "Komplementärfarben" starke Kontraste. Diese Farben stehen im Farbkreis genau gegenüber. Die klassischen Beispiele dafür sind Grün und Rot, Orange und Blau oder Gelb und Violett. All diese spannungsreichen Farbzusammenstellungen sind in ihrer Leuchtkraft kaum zu überbieten. Wer darüber hinaus auf Fernwirkung großen Wert legt, wird helle und leuchtende Farben wie Gelb, Orange und Rot berücksichtigen.

Versorgung mit Wasser und Dünger

Tatsächlich können an heißen Sommertagen bis zu zwölf Liter Wasser pro laufenden Meter Balkonkasten benötigt werden. Dies bedeutet, dass einmaliges Gießen nicht immer ausreicht, um die Pflanzen optimal zu versorgen. Bei großen Balkonanlagen sind deshalb vollautomatische Bewässerungsanlagen empfehlenswert. Bei kleineren Anlagen verhindern Balkonkästen mit Wasservorrat, dass die Pflanzen unnötig "Durst" leiden.
Während der 15-wöchigen Sommerperiode sind ca. 50 bis 75 Gramm Dünger pro laufenden Meter Balkonkasten (20x20x100cm) zu verabreichen. Bei ungenügender Nachdüngung werden die Pflanzen nie ihre volle Blütenpracht erreichen und sich womöglich im Herbst schon frühzeitig verabschieden.
Das Geheimnis einer üppigen Blütenpracht ist sehr häufig mit der Versorgung und der Pflege gekoppelt.

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Dipl.-Ing. (FH) Hans Haas,
Institut für Gartenbau
Fotos: Friedrich Strauss