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Infodienst Weihenstephan

Ausgabe Juli 2007


EinBlick

Ergebnisse vom 4. Bayerischen Symposium Freizeitgartenbau
  'Boden, Kompost, Düngung - altes Wissen trifft neue Erkenntnisse'

Humus- und Stickstoffgehalte in Gartenböden meist stark überhöht

Eine erfolgreiche Düngung zeichnet sich dadurch aus, dass dem Boden Nährstoffe in Mengen zugeführt werden, die die Pflanzen tatsächlich benötigen. Sie berücksichtigt dabei stets den Nährstoffvorrat, der bereits im Boden vorliegt. Der außerordentlich hohe Vorrat an Nährstoffen in den meisten bayerischen Haus- und Kleingartenböden trägt wesentlich dazu bei, die darauf kultivierten Pflanzen zu ernähren.

Mit dieser Versuchsanlage wurden die unterschiedlichen Stickstoff-Auswaschungen bei verschieden stark humosen Gartenböden untersucht

Stickstoff ist vornehmlich im Humus des Bodens eingebunden und ist in dieser organischen Form nicht pflanzenverfügbar. Ein Teil davon wird aber in der Vegetationsperiode (verstärkt bei anhaltend warmer Witterung) durch Bodenlebewesen fortwährend freigesetzt und somit für die Kulturpflanze als mineralischer Stickstoff verfügbar gemacht. Zur Düngung sollte diese Stickstoffmenge berücksichtigt werden, um eine Überversorgung zu vermeiden.

Bei Böden mit einem Humusgehalt von 3% werden pro Jahr etwa 11 g N/m² nachgeliefert. Bei einer Versorgung mit 6% Humus lassen sich bereits 20 bis 22 g N/m² anrechnen. Viele Pflanzenarten können hierdurch ihren Stickstoff-Bedarf vollständig (Salat, Radieschen, Fenchel, Möhre, schwachwüchsige Stauden) bzw. zum Großteil (Kohl-Arten, Sellerie, Kürbis, starkwüchsige Stauden, Rosen) decken.

Häufigkeitsverteilung des Humusgehaltes von Gartenböden


Untersuchungen haben gezeigt, dass über 80 % der Böden Humusgehalte über den üblichen Werten aufweisen. Hauptursache der Humusanreicherung sind hierbei sehr wahrscheinlich anhaltend übermäßige Stallmist- und Kompostgaben.
Kompost und Stallmist sind Düngemittel!

Trotz der zu erwartenden hohen Stickstofffreisetzung bei Humusgehalten über 4 % ist im Frühjahr meist eine geringe Startdüngung notwendig (etwa ein Viertel der empfohlenen N-Düngemenge für die Kulturpflanze), da die Bodentemperaturen für die erforderlichen Umsetzungsprozesse noch zu niedrig sind. Pflanzen mit geringem und mittlerem Stickstoffbedarf benötigen dann während des übrigen Jahres keine weiteren Düngergaben.

 

Einen Pressebericht zum 4. Bayerischen Symposium Freizeitgartenbau mit pdf-Anhang "7 Stufen zur erfolgreichen Düngeranwendung im Garten" finden Sie hier...


Dipl.-Ing. (FH) Viola Stiele, Informationsstelle
Dipl.-Ing.(FH) Martin Jauch, Institut für Gartenbau