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Pflanzenschutzprobleme: Hilfen zur Diagnose

Abb.1: Ähnelt von weitem einem Mehltaubefall: Gallmilben an Yucca


Gallmilben an Yucca

Ein Gallmilbenbefall an Yucca ähnelt auf den ersten Blick einem leichten Mehltaubefall, da sich auf (aber auch unter) den Blättern ein leichter weißlicher bis grauer, leicht filzig wirkender Belag zeigt. Ein Verbräunen der Blattränder wird für einen stärkeren Befall beschrieben. Bei näherer Betrachtung der weißlichen Blattverfärbungen (Lupe) lassen sich jedoch eine Vielzahl von kleinen, hell gefärbten Gallmilben erkennen. Gallmilben besitzen nur vier Beine, zählen jedoch wie alle Milben zu den Spinnentieren.
Sie haben einen wurm- oder spindelförmigen Körper bei einer Länge von nur 0,1 bis 0,2 mm und einer Breite von 20-50 µm. Die Verursacher können somit im Detail nur mit Hilfe eines Mikroskopes näher bestimmt werden. Eine genaue Artbestimmung kann zudem nur vom Spezialisten durchgeführt werden. Herangezogen wird hier u.a. die Ringelung des Körpers sowie die auftretende Beborstung. Für Yucca sind mindestens zwei Gallmilbenarten beschrieben (Cecidophyopsis hendersoni und Oziella yuccae), die aber auf Yucca als Wirtspflanze beschränkt sind und somit nicht auf andere Pflanzen übergehen können. Die erwachsene Gallmilbe durchläuft einen recht kurzen Entwicklungszyklus: vom Ei über ein Larven- und Nymphenstadium zum erwachsenen Tier. Zwischen den einzelnen Stadien liegen kurze Ruhephasen. Insgesamt werden mehrere Generationen pro Jahr durchlaufen.


Abb.2: Erwachsener Ameisenblattkäfer (Clytra laeviuscula) an Weide

Ameisenblattkäfer an Weide
Der Ameisenblattkäfer (andere Bezeichnung: Ameisen-Sackkäfer) ist in Deutschland mit zwei häufigen Arten vertreten (Clytra laeviuscula, Clytra quadripunctata), die sich äußerlich sehr ähneln und auch eine vergleichbare Biologie besitzen. Die Käfer sind etwa 7-11 mm groß und besitzen auf ihrem rot bis teilweise gelb gefärbten Flügeldecken ein vorderes Punktepaar an den "Schultern" und auf der hinteren Hälfte ein weiteres, das bei Clytra laeviuscula als größere Flecke fast die gesamte Breite der Flügeldecke einnimmt. Der Kopf ist schwarz gefärbt. Ein ungeschulter Betrachter verwechselt die Tiere unter Umständen auch mit einem Marienkäfer.
Die Käfer sind nahezu die gesamte Vegetationszeit präsent (Mai-August) und fressen an Blättern und Triebspitzen ihrer Wirtspflanzen. Clytra laeviuscula tritt mit Blick auf die Gehölze an Weide, Esche und Steinobst auf, Clytra quadripunctata hingegen an Birke, Eiche, Weide und Weißdorn. Die Eier werden vom Weibchen mit einer zapfenförmigen Kothülle umgeben und dann in der Nähe von Ameisenestern fallengelassen; die Ameisen tragen die Eier dann in ihr Nest. Die weitere Larvenentwicklung erfolgt bis zur Verpuppung zum Blattkäfer im Ameisennest (Ameisenblattkäfer !). Die Larven ernähren sich dort, geschützt vor den Ameisen durch eine selbst gebaute Hülle auf der Basis des ehemaligen Kotsackes (Sackkäfer !), vorwiegend von toten Ameisen, verbliebene Beutetiere der Ameisen und Häutungsresten. Die Entwicklungszeit beträgt in der Regel zwei bis vier Jahre. Der Käfer schlüpft im Frühjahr und verlässt dann das Nest. Die vom Fraß der Imagines geschädigten Wirtsbäume, der jedoch meist zu vernachlässigen ist, stehen bedingt durch die Larvenentwicklung oft in der Nähe von Ameisenhaufen (z.B. Rote Waldameise).

 

(... besuchen Sie auch unsere Diagnose-Datenbank zum Pflanzenschutz im Gartenbau)


Neue Buchbesprechungen zum Pflanzenschutz:

 

Bibliographische Angaben:
Gottfried Amann und Claudia Summerer: Kerfe des Waldes. Neumann-Neudamm Verlag, Melsungen, 2003, 12. Auflage, ISBN: 3-7888-0760-1, 29,95 Euro, Format: 12,5x20,5 cm

 

 

Inhalt:
Das mit einem festen Einband versehene Taschenbuch (Gesamtumfang: 340 Seiten) teilt sich in drei Teile auf. Es beginnt mit einem mit farbigen Seitenreitern gekennzeichneten Bilderteil (600 farbige sowie 100 s/w, jeweils von Kunstmalern angefertigte Zeichnungen), der sich aufteilt in die Rubriken Käfer, Falter, Sonstige Kerfe, Eier/Larven/Puppen und Fraßbilder (rund 80 Seiten). Dem schließt sich ein 200seitiger Textteil an, der eine nähere Besprechung zu den einzelnen Insekten beinhaltet (mit Querverweisen auf den Abbildungsteil). Im ausführlichen Anhang findet sich eine systematische Übersicht zu den besprochenen Tieren sowie ein Namens- und Sachverzeichnis mit den deutschen und wissenschaftlichen Namen mit Angabe der jeweiligen Seitenzahl zu den Texten und Abbildungen.


Empfehlung:
Für den Bereich der (Wald-)Gehölze mit seinen vielfältigen Schädlingen sicherlich ein gutes Buch, das sich durch seine farbige Bebilderung und die prägnanten Texte in Verbindung mit einem guten Register auszeichnet. Unter Naturfreunden und Forstleuten seit 1959 (1. Auflage) ein immer wieder gerne zur Hand genommenes Buch.



Dipl.-Ing. agr. Thomas Lohrer
Institut für Gartenbau