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Erarbeiten eines Testverfahrens für die Untersuchung der Wurzel- und Rhizomfestigkeit von Teichbahnen

Für den Bereich Dachbegrünung konzipierte Abdichtungen können seit über 20 Jahren nach einer standardisierten, in der Fachwelt anerkannten Methode auf Wurzel- und Rhizomfestigkeit geprüft werden. Ein vergleichbares Verfahren zur Untersuchung von Teichabdichtungen ist derzeit nicht verfügbar.

Um diese Lücke zu schließen, soll ein Testverfahren zur Prüfung der Widerstandsfähigkeit von Teichabdichtungen gegen Wurzel- und Rhizomdurchdringungen entwickelt werden - in Anlehnung an das von unserem Institut erarbeitete "Verfahren zur Untersuchung der Wurzelfestigkeit von Bahnen und Beschichtungen für Dachbegrünungen" der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL).

 

Abb.1: Versuchsanlage im klimatitisierten Gewächshaus

 


Das Projekt wurde vom FLL-Regelwerksausschuss "Abdichtung von Gewässern" angeregt und mit diesem abgestimmt. Die im Verlauf des Projekts gewonnenen, entsprechend aufbereiteten Daten sollen einen wesentlichen Bestandteil der FLL-Richtlinien "Empfehlungen für Abdichtungen von Gewässern im Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau" bilden.

Vorrangiges Ziel der Untersuchungen ist es, die Wurzel- und Rhizomaggressivität verschiedener aquatischer und terrestrischer Pflanzenarten zu prüfen. Der Wurzelraum der Pflanzen wird zu diesem Zweck mit einer relativ leicht durchdringbaren Bitumenbahn (ohne Zusatz eines wurzelhemmenden Biozids) sowie mit schwer durchdringbaren, als wurzel- und rhizomfest angesehenen Abdichtungsmaterialien umgeben (s. Tabelle).

 

Tabelle 1: Verwendete Pflanzenarten und Abdichtungsmaterialien

Pflanzenarten

Wasser-

einstau

verwendete Bahnen

Pyracantha coccinea 'Orange Cahrmer' und Agropyron repens (Untersaat)

ohne



PYE (Bitumen) ohne Biozid

PYE (Bitumen) mit Biozid

EPDM (Synthese-

kautschuk),

PVC (Polyvinylchlorid)





Pleioblastus distichus

Cyperus longus




mit

Phragmites australis

Zizania caduciflora

Schoenoplectus lacustris

Im 6-monatigen Abstand werden von Wurzeln bzw. Rhizomen bewirkte Ein- und Durchdringungen bei den unterschiedlichen Abdichtungsmaterialien erfasst. Nach Ablauf von 2 Jahren (Juni 2005) werden die Ergebnisse in den zuständigen FLL-Arbeitskreis getragen, der die Kriterien für das Testverfahren (z.B. Dauer und Umfang der Prüfung, geeignete Pflanzenarten) festlegt.

 

Abb. 2: Bei der Bitumenbahn ohne wurzelhemmendes Biozid durchgedrungene Wuzeln und Rhizome (Phragmites australis)

 

Die bisherigen Ergebnisse des im Juni 2003 begonnenen Projekts weisen die Rhizome von Pleioblastus distichus und Phragmites australis als besonders aggressiv aus. So konnten bei diesen Pflanzenarten bereits nach 6 Monaten zahlreiche Durchdringungen der Bitumenbahn ohne wurzelhemmendes Biozid festgestellt werden. Nach 12 Monaten hatten die Rhizome von Phragmites australis auch die Synthesekautschuk-Bahn (EPDM) an mehreren Stellen perforiert.

 

 
 

 

Dipl.-Ing. (FH) Martin Jauch,
Institut für Gartenbau