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Blickpunkt 2

Geomantie

Geomantie ist die Kunst, die Kräfte der Erde zu erfassen und damit umzugehen. Das Wort Geomantie stammt aus dem griechischen und leitet sich aus: „Geos“ (früher Gaia), die Erde und „Mantis“, lesen bzw. deuten ab. Man kann es auch als eine ganzheitliche Erfahrungswissenschaft verstehen, die die energetischen, seelischen und geistigen Qualitäten eines Ortes zu erfassen und gegebenenfalls durch Gestaltungen zu beeinflussen oder heilen versucht. Architektur, Landschaftsarchitektur bzw. –gestaltung, Baukunst Wohnkultur, Gesundheit und Ökologie sind einige Bereiche, in denen die Geomantie neue Wege zu mehr Bewusstsein aufzeigt und kreativ-schöpferische Impulse vermittelt. Geomantie beschäftigt sich also mit der wechselseitigen Beeinflussung von Geist und Materie. Sie ist also spirituell und pragmatisch zugleich. Seit den 90er Jahren beschäftigt sich eine wachsender Kreis von Menschen mit dem Studium geomantischer Phänomene, integriert sie in ihr Leben oder wendet sie im Berufsleben an.
Dieser wachsende Kreis der an Geomantie interessierter Menschen stellt sich nach „Hagia Chora“ der Schule für Geomantie folgendermaßen zusammen:

Berufliche Verteilung:

 

  • planerische Berufe (Freiberufler, Architekten, Ingenieure, Behörden) 30 %
  • Heil- und Lehrberufe 25 % · Studenten und Akademiker 20 %
  • Menschen, die neue Berufsfelder suchen 25 %

Alter der Personen:

 

  • unter 30 Jahre 35 %
  • zwischen 30 und 50 Jahren 50 %
  • über 50 Jahre 15 %

Bildung:

 

  • Abitur, Studium 50 %
  • Mittlere Bildung 40 %
  • Einfache Bildung 10 %

Zur Messung bzw. Wahrnehmung Geomantischer Phänomene betätigt man sich der Radiästhesie (griechisch – lateinische Wortkombination „radius“ = Strahl, Stab und „aisthesis“ = Empfindung, Sensibilität, Wahr- nehmung). Als Werkzeuge seien hier Wünschelrute und Pendel angeführt. Gesucht wird hauptsächlich nach Wasseradern und Erdstrahlen, aber auch Fragen aus anderen Disziplinen wie Biologie, Geologie, Geschichtskunde, Hydrologie, Medizin, Physik und Psychologie werden einbezogen. Zur Esoterik, Grenz- und Parawissenschaften besteht ebenso eine Verbindung, somit bildet die Geomantie einen Spagat zwischen greif- bzw. messbarer und subtiler Wissenschaft. Die Anwendung von Wünschelrute und Pendel sind so alt wie die Menschheitsgeschichte. Erste Aufzeichnungen findet man etwa 2000 v. Chr. im chinesischen Kaiserreich. Auch an babylonischen Denkmälern findet man Darstellungen von Wünschelruten. Sogar in der Bibel ist beschrieben, wie Moses mit einem Stab gegen einen Felsen schlug, aus dem später Wasser kam. Kultplätze der Kulturen vom Neolithikum bis zu den Germanen und Kelten wurden an Orten besonderer Kraft gebaut, mit der Christianisierung wurde dieses wissen vor dem Volke verteufelt, hingegen im Kirchenbau seit der Gotik trotzdem verwendet. Im Volke blieb von diesem alten Wissen nur das pragmatische suchen nach Wasseradern und Quellen erhalten.

Die Berücksichtigung dieser alten Kunst könnte für die Landes-, Stadt- und Dorfentwicklung alte, neue Impulse geben, unter Berücksichtigung der naturräumlichen Begebenheiten Bebauung harmonisch in das Landschaftsbild einzufügen. Auch im privaten Haus und Gartenbereich bietet diese Wissenschaft verschiedenste Potentiale. Die Geomantie ist, als westliche Lehre des Umgangs mit den Kräften der Erde, für unsere Region etwas besser geeignet als das „Feng-Shui“ aus China, was teilweise gut anwendbar ist, aber eher östlichem Denken und Fühlen entspricht. Insgesamt ist die Geomantie ein Blickpunkt, vor dem man nicht die Augen verschließen sondern öffnen sollte.

Damir Ivanovic, Institut für Landschaftsarchitektur