Versuchsbericht 2Salvia guaranitica 'Blue Enigma' - das 'Blaue Rätsel' |
Der in Südamerika heimische Halbstrauch, der sich mit seinen verzweigten Stängeln zu einer Höhe von über 150 cm auswachsen kann, wird aufgrund seiner zahlreichen, intensiv-blauen Blüten als eine der schönsten Salbeiarten beschrieben. Angaben zur optimalen Kulturführung von Salvia guaranitica sind bislang noch lückenhaft. In diesem Versuch wurde der Einfluss der Düngung untersucht. | Es wurden vier Düngungsstufen auf der Basis von 455 - 680 - 1130 - 1580 mg N je Pflanze getestet. Bei der geringsten Versorgungsstufe wiesen die Pflanzen trotz dreimaligen Stutzens nur eine geringe Verzweigung auf und blieben klein. Die insgesamt hellgrünen Blätter wiesen an der Triebbasis ausgeprägte gelb-rötliche Verfärbungen auf, als Zeichen von deutlichem Nährstoffmangel. Auch die Anzahl der Blüten und Knospen war gering. Mit steigender Nährstoffversorgung verbesserte sich die Pflanzenqualität bezüglich Verzweigung, Laubfarbe und Blütenzahl. Bei der höchsten Stufe waren Anzeichen des Luxuskonsums zu beobachten. Dieser äußerte sich in einer nicht mehr zunehmenden Triebzahl und -länge. Dagegen konnte der Blütenbesatz bei 1580 mg N/Pflanze gegenüber 1380 mg N noch signifikant gesteigert werden. Insgesamt lässt sich also sagen, dass sich bei einer Versorgung von 1-1,5 g N/Pflanze eine gute Qualität erzielen lässt. | 
| Abb. 1: Salvia guaranitica in voller Blüte | In dem Versuch wurden neben der Düngung etliche weitere Beobachtungen zu Anzucht und Verwendung gemacht:
- Eine Hemmstoffbehandlung (Topflor, zweimal ca. 0,03 %) ergab deutlich kompaktere Pflanzen.
- Stutzen verlängert die Kultur um mehrere Wochen. Eine Kultur ohne Stutzen ist möglich (Vermehrung bis Anfang Februar, 3-5 Kopfstecklinge/Topf).
- Eine fortdauernde Blüte ist nur bei ausreichend hoher Nährstoffzufuhr gewährleistet.
- In bezug auf reichhaltigen Blütenschmuck ist ein sonniger bis halbschattiger Standort zu empfehlen.
- Vor allem bei niedrigen pH-Werten (< 5,5) und anhaltend hoher Substratfeuchte zeigen sich z.T. schwarze Flecken an den Blättern. Das Schadbild wie auch die durchgeführten Pflanzenanalysen lassen einen Mangan-Überschuss vermuten.
- Die Pflanze ist sehr empfänglich für Weiße Fliege und Schnecken.
Abb. 2: Anzahl der Blütenstände und Blattfarbe bei der Kultur von S. guaranitica | Peter Fischer, Martin Jauch und Katharina Anneser, Institut für Gartenbau |