Kolumne
Grüne und andere Gedanken zur Zeit .... Zierpflanze trifft Armaturenbrett |
Sie kennen doch sicherlich auch diese Rückrufaktionen von der Autoindustrie, oder ? In dem einen Fall kann durch eindringende Feuchtigkeit im Steuergerät das Antiblockiersystem ausfallen, in einem anderen Fall können beschädigte Kabelisolierungen die Motorfunktion beeinflussen und wieder in einem anderen Fall kann sich durch einen Defekt an einer Spannrolle der Antriebsriemen der Lichtmaschine lockern. Für alle Beteiligten sicherlich eine unerwünschte, zum Teil auch sicherheitsrelevante Angelegenheit. Als Gärtner kann man hier höchstens Betroffener sein, Verursacher dann doch eher weniger. Geht es nach den Ideen einer Kölner Autofirma (Werbeslogan: "Die tun was") kann sich hier in absehbarer Zeit aber etwas ändern. Konkret wird an einem Modell experimentiert, bei dem Teile der Innenraumausstattung aber auch der Karosserie aus "grünen" Materialien, speziell basierend auf Getreide, bestehen sollen. Der Landwirt setzt seine Ernte also bald nicht mehr nur konventionell ab, sondern dann auch an die Autoindustrie - und vom Getreide ist es zur Zierpflanze, Staude oder Gehölz nicht weit. Hier ist sicherlich noch ein Potenzial für den Gärtner vorhanden. Statt mühsam nach Aktionen à la Halloween zu suchen sollte er vielleicht eher Kontakt mit der nächsten Autofirma aufnehmen, um sich als Lieferant vormerken zu lassen. Und in ein paar Jahren heißt es dann in einem möglichen Rückruf der Autoindustrie: Bedingt durch einen nachträglich ermittelten Kulturfehler im Gartenbaubetrieb (sagen wir mal einem latenten Kaliummangel) kann sich das Armaturenbrett aus der Verankerung lösen, bitte melden Sie sich umgehend bei ihrer Vertragswerkstatt. Wie heißt es, bei einer anderen Autofirma, so schön: "Nichts ist unmöglich". Worauf Sie sich verlassen können.
Thomas Lohrer |